2010/05/08

"Der Nordwind blaest mir entgegen"

" Emmi.Emmi.Emmi. Ich bin ein bisschen betrunken, aber nur ein bisschen. Ich habe den ganzen Abend getrunken und gewartet, bis es Mitternacht wird, bis mich Emmi busuchen kommt. Ja, es stimmt. Das ist nicht meine erste Flashe. Ich habe sehnsucht nach meiner Emmi. Wollen Sie zu mir kommen? Wir machen ganz einfach das Licht aus. Wir muessen uns nicht sehen. Ich will Sie nur spueren, Emmi, Ich mach die Augen zu. Mit Marlene, das hat alles keinen Sinn. Wir bluten uns aus. Wir lieben uns nicht. Sie glaubt es, aber wir lieben uns nicht, das ist nicht Liebe,das ist nur Hoerigkeit, das ist nur Besitz. Marlene will mich nicht loslassen, und ich, ich kann sie nicht festhalten. Ich bin ein bisschen betruken. Gar nicht viel. Kommen Sie zu mir, Emmi? Kuessen wir uns? Meine Schwester sagt, dass Sie wunderschoen sind, Emmi, wer auch immer Sie sind. Haben Sie schon einmail einen Fremden gekuesst? Ich trinke jetzt noch einen Schluck Weisswein aus der Friaul. Ich trinke auf uns. Ich bin schon ein bisschen betrunken. Aber nicht viel. Und jetzt kommen wieder Sie an die Reihe,
Schreiben Sie mir, E.
Schreiben ist wie kuessen, nur ohne Lippen.
Schreiben ist kuessen mit dem Kopf. "
--- Gut Gegen Nordwind von Daniel Glattauer

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